Bundesliga - Melodram oder der Abstieg des HSV

Gebabbel rund um PFYC

Bundesliga - Melodram oder der Abstieg des HSV

Beitragvon Spartacus » 20 Apr 2015 0:14

Irgendwie hats mich gejuckt und ich habe angefangen ein Stück zu schreiben.
Die ersten beiden Abschnitte sind fertig und ich stelle sie mal hier ein.

Bundesliga-Rührstück oder der Abstieg des HSV

Auftretendes Personal:
Didi B. (Prokurist)
KMK (hanseatischer Kaufmann)
Taschentuchel (Magier aus dem Schattenreich)
Hajo „Aki“ Watzke (westfälischer Junker)
Kloppo (dynamischer Sympathieträger)
Horsti (westfälischer Knappe, russischer Handelsagent)
Rangnick (schwäbischer Volksschullehrer im sächsisch-habsburgischen Exil)
Slomka (Übungsleiter)
Knebling (Kalfaktor)
PML (Jungstar)
Dschoh (Übungsleiter)
Evtl. Dosendieter (habsburgischer Prinzipal)


Prolog
KMK und Didi B. trinken Kaffee auf KMKs Terrasse am Zürichsee.
KMK (kippt ein Glas Cognac in seinen Kaffee): „Didi, Du weißt, der HSV ist für mich eine Herzensangelegenheit. Dieser Verein, in dieser Stadt, muß auf den ganz großen Bühnen Europas bei den ganz großen Konzerten mitspielen. Dazu muß da aber mal ordentlich ausgemistet werden. Diese ganzen Vereinsmeier und Dilettanten machen mich krank und man sieht ja, wo sie unsere Perle hingeführt haben. Willst Du den HSV oben sehen …, du weißt schon.“
Didi B.: „Jaja.“
KMK: „Also paß mal auf, du kennst den ganzen Saustall.“
Didi: „Jaja.“
KMK: „Ich übernehme den Laden und leg dir 20 Millionen auf den Tisch, das wird ja wohl für ein paar gute Spieler reichen. Du kannst ja auch noch jede Menge von dem Ramsch verkaufen, der da bei uns auf dem Platz rumstolpert. Das hast Du früher schon gut gekonnt. In einem Jahr spielen wir dann international und du bringst uns endlich dahin, wo wir hingehören.“
Didi: „Naja, so leicht wird das aber nicht. Und ob das so schnell geht, vor allem mit dem Slomka? Ich weiß nicht … . Außerdem hab ich mir gerade so ne schöne Hütte am See gekauft und wollte jetzt eigentlich öfter mal angeln gehen und nachdenken.“
KMK (aufbrausend): „Nachdenken!? Beim HSV gibt’s jede Menge nachzudenken! Und angeln kannst Du auch noch mit 70. Du bist doch ein Kerl in den besten Jahren und kein Waschlappen!“
Didi: „Ja schon, aber …“
KMK: „Paß mal auf, ich zahl dir 3 Millionen im Jahr, plus Erfolgsprämien, dafür wird das Angeln ja wohl noch ein paar Jahre warten können. Und was Du mit dem Slomka machst, ist deine Sache. Geld genug hast du ja.“
Didi: „Ich bräuchte aber auch noch einen Sportdirektor, bei dem ganzen Papierkram als Vorstand und die Sitzungen, sie kennen das ja.“
KMK: „Geschenkt. Man braucht ja auch irgendeinen Deppen, der den Kopf hinhalten kann, wenn mal was schief geht.“
Didi B. (leise zu sich): „Genau und den Papierkram kann ich dann auch bequem am See erledigen, vielleicht kann ich ja auch die eine Sekretärin aus der Geschäftsstelle ab und zu mitnehmen.“
KMK: „Was?“
Didi: „Äh, nix wichtiges. Was halten Sie eigentlich vom Taschentuchel?“
KMK: „Interessanter Mann. (murmelnd) Hat ein bißchen was vom Magath.“
Didi: „Wie bitte?“
KMK: „Ach nix, Taschentuchel ist wahrscheinlich genau der Richtige, der läßt sich von den hochbezahlten Laiendarstellern nicht auf der Nase rumtanzen. Abgemacht, wir holen den.“
Didi: „Das wird nicht so einfach sein, der Taschentuchel hat ja immer noch Vertrag bei den Kaspern und die wollen ihn wohl nicht rauslassen.“
KMK: „Ist mir doch egal. Gegen Geld werden auch die Kasper nix haben.“
Didi: „Naja, mal sehen. Immerhin hat uns ja der Slomka auch vorm Abstieg gerettet. Vielleicht sollte man ihn erst mal machen lassen.“
KMK: „Deine Sache. Also abgemacht, Du kriegst 20 Millionen für die Mannschaft, 3 Millionen im Jahr plus X für dich, einen Sportdirektor …
Didi: „Ne eigene Sekretärin wär noch wichtig, der ganze …“
KMK: „ … und eine Sekretärin. Dafür spielen wir in einem Jahr international.“
Didi: „Vielleicht auch erst in 2 Jahren.“
KMK: „Hand drauf.“
(geben sich die Hand)
Didi: „Abgemacht“.

1. Akt, 1. Szene
Eine Woche später in einer Business-Lounge am Frankfurter Flughafen. Didi B. trinkt einen Espresso, Taschentuchel nippt an einem italienischen Mineralwasser.
Didi: „Wir wollen das ganz groß aufziehen. Der HSV ist ne echte Marke, das sagen alle Marketing-Experten. Die Fans, die ganze Stadt, alle sind gierig auf großen Fußball. Dazu müssen wir aber einiges von Grund auf anders machen und dafür brauchen wir zuerst den richtigen Trainer, einen mit Konzept, nicht wieder irgend so einen Hampelmann. Und da hatten wir zuerst an dich gedacht.“
Taschentuchel: „Mh, ja, verstehe. Also, ich muß erst mal sagen, den HSV zu trainieren, daß wäre ja echt ein Traum. Und ich bin ja als Konzepttrainer bekannt. Aber was ist denn mit dem Slomka?“
Didi: „Der kann von mir aus ne Thekenmannschaft trainieren oder Nachrichten moderieren.“
Tt: „Immerhin hat er euch vorm Abstieg gerettet.“
Didi: „Erinnere mich nicht daran, seitdem muß ich wieder Magentabletten nehmen.“
Tt: „Ja, ich habe die Relegationsspiele gesehen und es wirkte schon irgendwie – konzeptlos.“
Didi: „Eben. Außerdem ist Abstiege verhindern nicht das, womit wir uns beschäftigen wollen. Wir denken da in ganz anderen Dimensionen.“
Tt: „Schon klar. Finde ich gut, daß ihr das so professionell angeht. Ich habe auch keinen Bock ständig nur im Mittelfeld rumzugurken.“
Didi: „Also kannst du dir vorstellen, unser Trainer zu werden?“
Tt (lächelnd): „Tja, vorstellen kann ich mir so einiges. Und wie gesagt, der HSV hätte schon seinen Reiz für mich. Aber es kommt natürlich auch ein wenig auf die Bedingungen an.“
Didi: „Daran soll es nicht scheitern. Für gute Arbeit gibt’s bei uns auch gutes Geld.“
Tt: „Mir kommt‘s dabei nicht nur aufs Geld an, es geht auch um die Arbeitsbedingungen. Für mich steht der Erfolg an erster Stelle.“
Didi: „Selbstverständlich. Ich bekomme immer mehr den Eindruck, daß wir auf der gleichen Wellenlänge funken.“
Tt: „Ja. Da gibt es aber noch ein Problem.“
Didi: „Die Kasper?“
Tt: „Richtig, die wollen mich auf keinen Fall woanders arbeiten lassen.“
Didi: „Kleinkarierte Krämer halt. Ich hab schon damit gerechnet, daß wir denen eine Abfindung zahlen müssten.“
Tt: „Mh, ob das reicht? Seit der Sache mit Schalke, geht der Autohändler nicht mal mehr ans Handy, wenn ich anrufe.“
Didi: „Ach, das mit Schalke hat also gestimmt?“
Tt: „Vermutlich.“
Didi: „Na komm, du mußt es doch wissen, wer sonst?“
Tt: „Ich hab davon nur von meinem Berater gehört. Wie du sicher weißt, wollte ich mal eine zeitlang abschalten, nur deswegen habe ich ja in Mainz aufgehört. Ich habe mit niemandem von Schalke gesprochen.“
Didi: „So, aber jetzt hast du wieder richtig Bock auf den Job?“
Tt: „Klar, kaum daß ich HSV gehört habe, war ich wie elektrisiert.“
Didi: „Also sind wir uns im Prinzip erst mal einig, daß Du kommen würdest, die noch zu klärenden Punkte mal außen vor gelassen?“
Tt: „So sieht es aus.“
Didi: „Dann werde ich das bei uns mal anleiern. Wann wollen wir das nächste Mal sprechen?“
Tt: „Wenn du mit dem Autohändler gesprochen hast.“
Didi: „Alles klar. Ich melde mich.“
Tt: „Didi, ich merke gerade, daß ich gar kein Geld dabei habe, keine Karte, nix.“ (lächelnd) „Ich bin wohl noch nicht ganz im Aktivitätsmodus angekommen. Kannst Du mir ein bißchen Kohle fürs Parkhaus geben? Sonst komme ich nicht weg.“
Didi (schaut in sein Portemonnaie): „Genügen 10 Euro?“
Tt: „Naja, die Parkhäuser hier sind ziemlich teuer.“
Didi: „Dann nimm den Fuffi.“
Tt: „Danke, bis zum nächsten Mal.“
Taschentuchel bricht auf, Didi klärt die Rechnung für die Lounge.
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Re: Bundesliga - Melodram oder der Abstieg des HSV

Beitragvon Goyschak » 20 Apr 2015 10:04

Dir war wohl sehr langweilig? :lol:
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Re: Bundesliga - Melodram oder der Abstieg des HSV

Beitragvon Spartacus » 20 Apr 2015 21:53

Es geht so, ich hab manchmal so schubartige Anfälle.

Hier die nächsten beiden Teile:

1. Akt, 2. Szene
3 Leute sitzen auf KMKs Terrasse: KMK, Didi B. und Knebling.
Didi: „Ich hab mal unseren neuen Sportdirektor mitgebracht, den Knebling, damit du ihn kennen lernst.“
Knebling: „Hallo KMK, starke Hütte hier.“
KMK: „Für dich immer noch Herr K., Jungchen.“
Knebling: „Oh Entschuldigung, Herr K.“
KMK (zu Didi gewandt): „Gibt’s auch interessante Neuigkeiten?“
Didi: „Naja, wir sollten vielleicht nicht so viel auf einmal machen, nichts überstürzen.“
KMK: „Was soll das denn jetzt heißen? Ich dachte, du bringst mir einen neuen Trainer, stattdessen schleppst du das Bürschen mit hierher und erzählst, wir sollten nichts überstürzen.“
Didi: „Das mit dem Tuchel scheint nicht zu klappen. Er würde zwar gerne, aber die Kasper spielen nicht mit.“
KMK: „Was wollen denn die Kasper, die haben doch schon einen neuen Trainer, die wollen doch nur was rausschlagen. Hast Du ihnen keine Kohle angeboten?“
Didi: „Doch. Aber sie meinten, andere hätten schon doppelt so viel geboten, das wäre ihnen egal.“
KMK: „Aha, welche anderen?“
Didi: „Bestimmt Schalke.“
KMK: „Aha, Schalke, da stecken die Russen dahinter. Kein Wunder, daß die hoch bieten. Geh halt höher.“
Didi: „Also ich bin da eher skeptisch, daß sich da was machen läßt und ich will auch nicht das ganze Geld nur für den Trainer ausgeben, wir brauchen ja auch noch ein paar Spieler.“
KMK: „Ich will aber den Taschentuchel haben und die Schalker sollen ihn schon gar nicht kriegen, an denen wollen wir schließlich vorbeiziehen.“
Didi: „Wir müssen aber langsam mal zu Potte kommen. Schließlich fängt die Vorbereitung für die Saison bald an. Und wenn die Kasper stur bleiben, stehen wir dann ohne Trainer da.“
Knebling: „Genau.“
KMK: „Wer hat dich denn gefragt, Jüngling?“
Didi: „Knebling.“
KMK: „Sach ich doch, also was schlägst du vor?“
Didi: „Wir machen erst mal mit dem Slomka weiter, für ein paar von den Millionen sichern wir uns PML, das ist ein Schlüsselspieler für unsere Zukunft. Vielleicht läufts ja ganz gut, dann schauen wir wie sich die Dinge entwickeln und wenn nicht, können wir immer noch mal versuchen, den Tuchel von den Kaspern loszueisen.“
Knebling: „Genau.“
KMK (zu Knebling gewandt): „Paß mal auf, Kleiner. Da hinten auf dem Tisch liegen meine Autoschlüssel, hier hast du 200 Fränkli und jetzt fährst du mal zum Italiener, was zu essen holen.“
Knebling schaut Didi ungläubig an, der nickt nur. Knebling geht raus.
KMK: „Jetzt mal unter uns Männern: Willst du mir ernsthaft den Slomka als die Zukunft des HSV verkaufen?“
Didi: „Natürlich nicht. Aber wen sollten wir jetzt schon groß verpflichten, wenn wir irgendwann eh den Taschentuchel holen wollen? Außerdem hätten wir dann 3 Trainer auf der Gehaltsliste, von denen 2 gar nicht mehr für uns arbeiten.“
KMK: „Und wenn‘s der Slomka nicht bringt?“
Didi: „Dann versuchen wir eben nochmal, den Taschentuchel zu bekommen oder wir müssen doch jemand anderen für zwischendurch holen. Aber da hab ich auch schon eine Idee im Hinterkopf, die gar nicht so viel kosten würde.“
Als Knebling mit dem Essen hereinkommt, steht KMK auf, reicht Didi die Hand: „Das gefällt mir mein Junge. Und laß dir den großen Fisch bloß nicht durch die Lappen gehen. Und guck‘ Slomka genau über die Schulter.“
Didi geht zur Tür und sagt zu Knebling: „Stell‘ es da hin, wir fahren.“
Die beiden besteigen ein Taxi.
Didi: „Du gibst morgen eine Pressekonferenz.“
Knebling: „Ich? Und zu welchem Thema?“
Didi: „Zum Thema Trainer. Du sagst, daß wir hinter Slomka stehen und mit ihm in die neue Saison gehen.“

1. Akt, 3. Szene
Knappe Horsti und Taschentuchel sitzen am Tisch einer belgischen Autobahnraststätte. Horsti rührt in seinem Automatenkaffee, Taschentuchel nippt an seinem belgischen Mineralwasser.
Tt: „Na wenn ich mir unseren Treffpunkt hier so anschaue, bin ich euch wohl auch nicht allzuviel wert.“
H: „Die Leute meinen immer, nur weil wir Geld von den Russen bekommen, würden wir im Kaviar baden. Du weißt genau, daß es hier am unauffälligsten ist. Beim Italiener damals sind wir prompt erkannt worden.“
Tt: „Jaja, schon gut. Aber wie soll es jetzt weitergehen?“
H: „Ich bin mit meinem Latein am Ende. Ich habe mit dem Autohändler geredet, ich habe mit dem Anwalt geredet – immer das gleiche Ergebnis. Und ich kann einfach nicht 10 Millionen Ablöse für einen Trainer zahlen.“
Tt: „10 Millionen, ist das schon zu viel für einen Titel? Ich dachte, ihr wärt ambitionierter.“
H: „Du vergißt, daß du uns nochmal 10 Millionen kosten wirst, wenn du da bist. Und den ein oder anderen neuen Spieler wollen wir dir ja auch noch kaufen.“
Tt: „Ja, ein paar wirklich gute Spieler braucht man schon. Also wollt ihr euch zurückziehen?“
H: „Vielleicht könntest du ja nochmal versuchen …“
Tt: „Auf keinen Fall. Auf dieses Niveau muß ich mich nicht noch einmal begeben.“
H: „Ja dann bleibt wohl nur eine Möglichkeit. Wir machen erst mal mit Keller weiter. Und wenn das einigermaßen gutgeht, kommst du zur nächsten Saison.“
Tt: „Und wenn nicht?“
H: (Steht auf) „Hoffen wir, daß es gutgeht.“
Tt: (kramt in seinen Taschen) „Hast du mal ein bißchen Kleingeld? Ich muß mal auf Toilette und finde gerade nichts.“
H: (Gibt ihm 2 Euro) „Ich rufe dich an, wenn es was neues gibt.“
Tt: „Mach das. Ich fahre jetzt erst mal einen Monat in Urlaub.“
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Re: Bundesliga - Melodram oder der Abstieg des HSV

Beitragvon jgs » 21 Apr 2015 9:45

tl;dr :----- (später)

"Dieser Verein, in dieser Stadt, muß auf den ganz großen Bühnen Europas bei den ganz großen Konzerten mitspielen. Dazu muß da aber mal ordentlich ausgemistet werden. "
Aber der Anfang erinnert mich an das was ich hier auch immer höre (also nebenan). Geld in die Hand nehmen, Vision, Konzepte, Stadt hat mehr verdient, international, Erfolg is planbar, HerriSchaafManschaftsarztalleraaaauuus unsoweidda

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Re: Bundesliga - Melodram oder der Abstieg des HSV

Beitragvon Spartacus » 22 Apr 2015 1:34

Gut, nächster Teil, diesmal nur eine Szene.

2. Akt, 1. Szene
2 Monate später. Der HSV hat gerade sein erstes Heimspiel gegen Paderborn 0:3 verloren. Didi B. und PML sitzen in Didis Büro in der Imtech-Arena. PML hat eine flasche Bier in der Hand, Didi schlürft an seinem Ingwertee. Aus Lautsprechern hört man die Stimme Slomkas von der Pressekonferenz nach dem Spiel.
S: „Natürlich können wir mit unserem Spiel nicht zufrieden sein. Man darf aber auch nicht übersehen, daß wir heute auf einen wirklich starken Gegner getroffen sind.“
Didi: „Das ist ja wohl der Gipfel. Was sagt der denn erst, wenn wir gegen die Bayern spielen?“
PML: „Naja, so schlecht waren die gar nicht, Boss.“
Didi: „Ach ja? Das ist doch nur eine durchschnittliche Zweitligatruppe.“
PML: „Aber die sind richtig abgegangen, was die gerannt sind, puh.“
Didi: (steht auf, dreht die Pressekonferenz ab und legt eine CD ein) „Wie wär’s denn wenn ihr auch mal ein bißchen rennt? Denen ihre ganze Mannschaft verdient vielleicht gerade mal so viel, wie du und unser Fliegenfänger zusammen.“
PML (leise): „Ach der Fliegenfänger kriegt auch so viel.“ (lauter) „Naja, der Fliegenfänger muß aber nicht so viel rennen wie ich und es war irgendwie auch ganz schön warm heute.“
Aus den Lautsprechern ertönt Musik und die Stimme von Udo Lindenberg:
„Bodo Ballermann spielte beim
Rambo Zambo Kickerverein.
Er flitzt über den Platz, schnell wie ein Tiger,
er war der Schrecken der Bundesliga.“
Didi: „Schon klar, es waren ja über 20 Grad, heute.“
PML: „Und der Schiri hat auch so komisch gepfiffen, eigentlich alles gegen mich.“
Gesang:
„… oder hielt sich ein Torwart verzweifelt den Magen,
hatte Bodo wieder zugeschlagen.“
Didi: „Soso, der Schiri“
PLM: „Ja und gescheite Bälle hab ich auch keine bekommen.“
Gesang:
„Hau rein is‘ Tango,
tu‘ ihn rein is‘ Chachacha.“
Didi: „Wie wäre es denn, wenn du dich mal ein bißchen schneller bewegen würdest, dann würdest du auch mehr Bälle kriegen.“
PLM: „Also echt, Boss, ich bin gerannt wie ein Pferd.“
Didi: „Ja, vielleicht wie ein Traber.“
PLM: „Mein Gegenspieler war aber auch verdammt schnell.“
Didi: „Ich will nichts mehr von dieser Zweitligamannschaft hören.“
PLM: „Dann mal was anderes, haste noch n Bier hier, Boss?“
Gesang:
„Weil Bodo nicht nur gut war im Spiel,
sondern den Frauen auch besonders gefiel, …“
Didi: (nimmt eine Magentablette und wird laut) „Nein, ich habe kein Bier hier, PLM. Kann es sein, daß du deine Energien anderweitig verschwendest?“
Gesang:
„… hat er dann reichlich mit den Groupies gepennt
Und viel gesoffen, so entfiel das Happy End.“
PLM (erstaunt): „Ich weiß nicht, was du meinst, Boss. Ich geb alles für den HSV.“
Didi: „Ja, vor allem vorgestern Abend in der Disco. Und wer weiß, wo du sonst noch rumgefallen bist.“
Gesang:
„Als dann die Damen
Ihm seinen Samen nahmen …“
PLM: „Ach das, da hat nur ein Freund einen runden Geburtstag gefeiert. Ich hab kaum was getrunken.“
Didi: „Und die Rothaarige mit der du abgezogen bist? Bist du nicht mehr mit der Blonden zusammen?“
Gesang:
„… als er dann jede Nacht
In irgend ner Eros-Bar war, …
PLM: „Mit Rita?“
Didi: „Nee, die hieß doch anders, Janine oder so.“
PLM: „Ach du meinst Schackeline. Nee, Boss mit der bin ich doch schon seit 2 Monaten nicht mehr zusammen.“
Gesang:
„..verlor er schnell die Kondition.
Und dann im Fußballstadion
war er bald so abgeschlafft
wie ein versoffner Clochard.“
Didi: „Wie auch immer, wir zahlen dir keine 2,5 Millionen im Jahr, damit du dich durch die Betten der Stadt vögelst. Vielleicht schaust du mal zu, daß du dich demnächst auf dem Platz wieder schneller bewegst als in der Disco.“
PLM: „Is ja gut, Boss. So schlimm isses doch gar nicht. Die Rothaarige hatte mich halt echt scharf gemacht. Die hatte so spitze …“
Didi: „Schon gut, keine Details. Was macht ihr eigentlich im Training? Hat euch der Slomka nicht auf den Gegner eingestellt?
PLM: „Der hat uns in der Vorbereitung ganz schon rangenommen, das kannst du glauben, Boss. Vom Gegner hat er gestern auch was erzählt. Er redet eh ziemlich viel, aber sonst is‘ der eigentlich ganz ok.“
Gesang:
„Zehntausend Leute brüllen im Chor,
nun baller doch endlich mal wieder n Tor.
Doch Bodo trifft den Ball nicht mehr …“
Didi (leise): „Viel scheint ja von dem ganzen Gerede nicht anzukommen.“
PLM: „Boss, meine Freundin wartet draußen, außerdem könnt‘ ich noch ein Bier …“
Didi: „Die Rothaarige?“
PLM: „Nee, meine Rita.“
Gesang:
„Hau rein is‘ Tango,
tu‘ ihn rein is‘ Chachacha.“
Didi: „Jaja, machs gut und schick mir den Knebling rein.“
PLM (steht auf): „Alles klar, Boss. Schönes Wochenende.“
Didi nimmt sein Handy und ruft jemanden an.
Didi: „Grüß dich, Dschoh. Alles klar bei dir? Haha, das glaub‘ ich. Paß auf wir müssen uns unbedingt morgen Abend treffen. Sage ich dir morgen. Um 20:00 beim Inder. Gut, bis morgen.“
Kurze Zeit darauf erscheint Knebling im Büro.
Knebling: „Was gibt’s?“
Didi: „Du gibst morgen eine PK. Tenor: Slomka ist ein erfahrener Trainer, der auch nächste Woche noch auf der Bank sitzt.“
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